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Body Checking- Wie viel ist zu viel?

01.04.2011


Von Mary Gillis

WNBF Figur-Klasse Pro Michelle Jaramillo

Ich arbeitete eine Zeit lang als Personal Trainerin im Stadtzentrum von Manhattan. Vor Beginn dieser Tätigkeit hatte ich selbst noch nie in einem Studio trainiert oder dort gearbeitet. Um mein Geschäft zum Expandieren zu bringen, suchte ich häufig den Rat von Menschen, die bereits eine längere Zeit im Studio trainierten und über eine entsprechende Erfahrung verfügten.

Zusätzlich zu den als typisch geltenden Arbeitsaufgaben einer Personal Trainerin, nämlich das Zurücklegen der Gewichte auf die Hantelablagen, Hilfestellung für andere Sportskollegen geben und die Überwachung des Trainings der eigenen Klienten, rieten mir diese Veteranen dazu, dass ich mich persönlich bei so vielen Studiomitgliedern wie möglich vorstellen sollte.

Ich sollte mir ihre Namen merken und die Tage, an denen sie üblicherweise trainieren und, falls möglich, sollte ich in ein kleines, privates Notizbuch noch zusätzliche Details aufschreiben; beispielsweise, ob sie es vorziehen, an Kardiogeräten zu trainieren, mit freien Gewichten zu arbeiten oder am liebsten an Aerobic-Kursen teilzunehmen. Laut Aussage dieser Studio-Veteranen würde mir ein solches Vorgehen dabei helfen, den Überblick über die zahlreichen Menschen zu behalten, die ich im Studio treffe und mit denen ich ins Gespräch komme.

Zu einem Studiomitglied sagte ich: „Hey, Deine Teilnahme an den freitags stattfindenden frühmorgendlichen Spinning-Kursen lohnt sich, Du siehst gut aus!“ Oder „Ich habe bemerkt, dass Du sehr viele Kniebeugen machst.

Darf ich Dir noch zusätzliche Übungen für den Unterkörper empfehlen?“, fragte ich jemand anderen. Dieses Vorgehen bezüglich der Ansprache potenzieller Klienten machte durchaus Sinn, denn so bekamen diese Leute das Gefühl, dass ich ihnen gerne dabei helfen würde, erfolgreich zu trainieren.

Je mehr Zeit ich im Studio verbrachte, umso engeren Kontakt bekam ich mit den anderen Clubmitgliedern – manchmal mehr, als mir lieb war. Beispielsweise bemerkte ich, dass ein bestimmtes Mitglied immer einen See aus Schweiß auf dem Ellipsentrainer hinterließ (ich glaube, er hatte ein Drüsenproblem).

Dann gab es da noch eine Frau, die nach dem Rhythmus trainierte, der aus ihrem iPod erklang und manchmal sogar anfing, ein Lied anzustimmen. Ich spürte das Verlangen danach, ihr zu sagen, dass wir sie alle gut hören können, und ich weiß, dass nicht nur ich so fühlte. Und dann war da noch der Typ, der ständig seine körperliche Verfassung und die Beschaffenheit seiner Hautporen im Spiegel überprüfte.

Aber die Person, an die ich mich wahrscheinlich am besten erinnern kann, war eine junge Frau mit schwarzen Haaren, die beinahe täglich gegen 16.00 Uhr im Studio erschien. Sie war immer von Kopf bis Fuß in einen Trainingsanzug gehüllt – auch während des diesigen und feuchten August-Wetters – und ging stets schnurstracks auf das Laufband. Darauf trainierte sie mit einem steilen Neigungswinkel, und sie erhöhte über einen Zeitraum von einer Stunde konstant ihre Laufgeschwindigkeit. Nach dem Training auf dem Laufband ging sie schnell in die Studio-Ecke, in der sich die Matten für die Dehnübungen befanden und absolvierte ihr Cool-Down-Programm. Allerdings machte sie keine Dehnübungen, sondern etwas anderes – etwas ziemlich Seltsames.

Aufrecht auf einer Gymnastikmatte stehend, ballte sie ihre Hände zu zwei Fäusten und begann auf nahezu rituelle Art und Weise damit, mit den Fäusten ihre untere Körperhälfte leicht abzuklopfen. Immer wieder klopfte sie ihre Quadrizepse, ihre Beinbizepse und ihr Becken ab.

Was zum Kuckuck tat sie da? Hatte sie sich eine Muskelzerrung zugezogen? Waren ihre Beine eingeschlafen? Handelte es sich um eine neuartige Erholungs-Methode, von der ich noch nichts wusste?

Als ich einige Jahre später in einem meiner Ausbildungs-Kurse saß, lernte ich, dass nichts von diesen Dingen zutraf, sondern dass es tatsächlich eine Bezeichnung dafür gibt, was diese junge Frau tat: Body Checking.

Body Checking beschreibt den Vorgang des Kneifens, Drückens und Streichelns des Körpers zur Überprüfung des Fettansatzes. Es wird angenommen, dass ein derartiges Verhalten auf die Existenz von ernsthaften Problemen in der Körperwahrnehmung hinweist und sogar als Anhaltspunkt für das Vorhandensein einer Essstörung dienen kann. Bei der von mir beschriebenen jungen Frau handelte es sich um einen besonders ernsthaften Fall. Für mich – und ebenso für den gesamten Trainerstab, die Manager des Studios und alle anderen Sportskollegen – bestanden keine Zweifel daran, dass sie ein tieferliegendes Problem haben muss. Die junge Frau war sehr, sehr dünn. Manchmal dachten einige meiner Arbeitskollegen darüber nach, sie auf ihre gesundheitliche Verfassung anzusprechen, aber daraus wurde dann schließlich doch nichts. Wenn ich mit dem Wissen, über das ich heutzutage verfüge, zurückblicke, dann bin ich mir sicher, dass diese junge Frau nach Beendigung ihres Trainings auf dem Laufband in einer abgelegenen Ecke des Studios zur Überprüfung ihres magersüchtigen Körper das Body Checking praktizierte – sie untersuchte buchstäblich, inwieweit sie ihre Knochen fühlen konnte.

Manchmal ist es allerdings nicht so offensichtlich zu erkennen, ob Sie selbst oder jemand, den Sie kennen, ein Problem hat. Mit Sicherheit haben wir alle schon einmal etwas Ähnliches gemacht und unseren Körper gekniffen oder gedrückt, um feststellen zu können, wie die Gewichtsabnahme vorangeht. Wenn wir dann feststellen konnten, dass unsere Hüftknochen etwas stärker als üblich hervorstanden, empfanden wir das vielleicht sogar als Hochgefühl. Aber haben Sie jemals absichtlich ein enganliegendes Kleidungsstück getragen, nur um daran erinnert zu werden, dass dieses nicht immer so eng anlag und daran, wie locker dieses früher an Ihrem Körper saß? So etwas ist ein todsicherer Weg dafür, Schuldgefühle zu bekommen und mit schlechtem Gewissen eine Diät zu beginnen, stimmt’s? Aber ist das normal? Nun, wenn Body Checking die bewusste Entscheidung dafür beinhaltet, dass sich jemand so kleidet, dass körperliche Mängel besonders deutlich wahrgenommen werden, dann ist das nicht normal.

Six Pack TrioWie dem auch sei – ich glaube in jedem Fall an den Einsatz von Techniken, die Ihnen darüber Rückmeldung geben, wieweit Sie sich auf dem richtigen Weg zum Erreichen Ihrer Ziele befinden. Jedem das Seine. Aber falls Sie darüber beunruhigt sein sollten, dass Sie selbst oder jemand, den Sie kennen, etwas zu sehr davon besessen zu sein scheint, Gewicht zu verlieren, dann stellen Sie sich folgende Fragen: Haben Sie jemals so stark Druck auf einen Muskel ausgeübt, dass Sie davon blaue Flecken bekamen? Haben Sie jemals bemerkt, dass Sie einige Körperpartien beinahe unbewusst streichelten? Wurden Sie während eines Gespräches mit einer Freundin von ihr schon einmal darauf hingewiesen, dass Sie sich selbst gekniffen haben? Haben Sie sich jemals dafür entschieden, ein Kleidungsstück zu tragen, in dem Sie sich zu einem bestimmten Anlass unwohl fühlten? Als Beispiel: Haben Sie während eines Kinobesuches schon einmal eine Hose angezogen, die Ihre Aufmerksamkeit in so hohem Maße von dem gezeigten Film ablenkte, dass sich Ihre Gedanken nur darum drehten, wie stark sich Ihr Bauch am oberen Rand der Jeans in Falten legt?

Falls Sie sich in irgendeiner dieser beschriebenen Situationen wiedererkannt haben sollten, dann sollten Sie sich fragen, worüber Sie sich so viele Gedanken machen. Wie ich bereits sagte, kann Body Checking auf ein tieferliegendes Problem hinweisen. Glücklicherweise besteht aber kein Mangel an qualifizierten Fachkräften, die sich mit einem derartigen Verhalten auskennen. Ich empfehle für die Behandlung von Body Checking eine beurkundete Diätspezialistin oder eine zertifizierte Ernährungswissenschaftlerin. Mit Hilfe dieser Spezialistinnen können Sie mit dem Body Checking aufhören und ein gutes Verhältnis zu Ihrem Körper bei einer gleichzeitig gesünderen, realistischeren und – nicht zu vergessen – auch einer weniger schmerzhaften Sichtweise bezüglich Ihres Körperbildes bekommen. Denn es ist durchaus möglich, dass Sie auch mit einer entspannten Geisteshaltung Ihren Körper so entwickeln, wie Sie das möchten.

Notiz des Herausgebers: Mary Gillis ist eingeschriebene Doktorandin für Physiologie an der Columbia Universität und Gründerin von „Alles, außer dem Studio“ (www.anythingbutthegym.com), einem in New York ansässigen Fitnessunternehmen, das Draußen-Spielen als eine tragfähige Übungsform aufrechtzuerhalten. 2009 erhielt Mary den prestigeträchtigen Fred-Rogers-Kameradschafts-Preis für Medien und Kindergesundheit für die Erschaffung eines auf Gesundheit bezogenen Multimedia-Inhaltes für junge Kinder.





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