WETTKAMPFERNäHRUNGStartseiteWettkampfernährungDie Verbotszone -Eine Warnung an den Leser.

Die Verbotszone -Eine Warnung an den Leser.

01.10.2011


Von Sean McCauley, C.S.C.S., C.I.S.S.N.

Dieser Artikel könnte fast als etwas provozierend aufgefasst werden. Ich möchte niemanden verärgern und die Art der Formulierung, mit der ich hier einige Dinge anspreche, soll lediglich zum Nachdenken über die nachfolgend erwähnten Punkte anregen.

Während ich diese Zeilen schreibe, ist unsere Nation dabei, eine Flugverbotszone über dem libyschen Luftraum durchzusetzen. An dieser Stelle könnten wir über die dahinterstehende Politik diskutieren, aber das wird in den Medien bereits zur Genüge getan. Mein Glauben an die Vereinigten Staaten und an unser Militär ist unerschütterlich. Es macht daher mehr Sinn, dass wir uns an dieser Stelle über eine andere „Verbotszone“ Gedanken machen – einer „Verbotszone“, die wir über unseren geliebten Sport des drogenfreien Bodybuildings verhängen sollten.

In unserem Sport gibt es einige sonderbare Behauptungen und nicht weniger merkwürdige Vorstellungen. Einige dieser Vorstellungen sind ursächlich daran beteiligt, dass sich die Leute über unsere Intelligenz und unseren Athleten-Status Gedanken machen. Ich schlage daher vor, dass wir die entsprechenden Punkte ein für alle Mal mit einer „Verbotszone“ belegen. Nachfolgend einige der Dinge, von denen ich mir wünsche, dass sie für immer von der Bildfläche verschwinden.

Der Ausdruck „Vorermüdung“: Dieser Ausdruck wird sehr häufig verwendet, und zwar zumeist in Bezug auf die gezielte Ermüdung eines Muskels vor dem Training einer bestimmten Übung. Obwohl der physiologische Aspekt, der hinter diesem Gedanken steht, durchaus logisch erscheint, macht der Ausdruck hierfür keinen Sinn. Denken Sie einmal darüber nach. Sie können einen Muskel nicht „vorermüden“ sondern immer nur ermüden. Ob Sie das nun vor Beginn des Trainings einer neuen Übung machen oder nicht.

Der Ausdruck „re-feed“: Dieser Ausdruck ist wohl der größte Übeltäter von allen und hat leider bereits Einzug in jede Ecke unseres Sports gehalten. Grundsätzlich wird diese Redewendung dazu benutzt, eine einzelne Mahlzeit oder einen ganzen Tag zu beschreiben, in dessen Verlauf mehr als üblich gegessen wird. In der Regel handelt es sich hierbei um einen Tag mit einem erhöhten Kohlenhydratverzehr. Dr. Joe Klemczewski hat sich hierzu bereits mehrmals zuvor geäußert. Dennoch möchte ich gerne noch einmal auf dieses Thema zurückkommen. „Re“ bedeutet so viel wie „wieder“, und wörtlich übersetzt würde „re-feed“ so viel wie „wieder essen“ bedeuten. Tatsächlich essen Sie nicht schon wieder, sondern Sie essen, auch wenn Sie eine größere Nahrungsmenge als üblich verzehren. Das ist ziemlich verwirrend.

Der Ausdruck „Off-Season“: Können Sie sich als Wettkämpfer wirklich den Luxus einer Off-Season erlauben? Aus meiner Sicht „Nein“. Darüber hinaus sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie überhaupt eine Off-Season brauchen. Ich denke, die meisten von uns sollten auf eine Off-Season verzichten. Warum? Weil wir nach kontinuierlicher Verbesserung streben. Natürlich gibt es einen Zeitpunkt, an dem Ihre Wettkampfsaison beendet ist. Aber am Tag nach Ihrem letzten Wettkampf beginnt Ihre Wettkampf-Vorbereitung auf die nächste Meisterschaft. In diesem Augenblick beginnen Sie damit, sich auf Ihren folgenden Wettkampf vorzubereiten, und zwar unabhängig davon, ob dieser Wettkampf noch Monate oder sogar Jahre entfernt ist. Nach Ihrem Rücktritt vom Wettkampfsport befinden Sie sich in der Off-Season. Bis dahin gibt es entweder eine „In-Season“ oder eine „Vorwettkampf-Saison“.

Die Meinung, dass Handgelenksschlaufen nichts taugen: Es existiert die weitverbreitete Meinung, dass die Anwendung von Handgelenksschlaufen zur Unterstützung der Griffkraft keine gute Sache ist. Aus meiner Sicht trifft aber das Gegenteil zu. Dieser Sport beruht darauf, Muskeln aufzubauen, und der Grad des Muskelaufbaus hängt zu einem großen Teil von den gehobenen Gewichten ab. Falls Sie den Aufbau Ihres Rückens oder Ihrer Beine bewusst zu Gunsten der Entwicklung Ihrer Unterarme begrenzen möchten, dann ist das natürlich in Ordnung.

Aber in meiner Funktion als Juror habe ich bisher noch nie erlebt, dass jemand einen Wettkampf aufgrund zu geringer Unterarm-Entwicklung verloren hat. Allerdings werden Wettkämpfe regelmäßig von Athleten verloren, deren Rücken- und Beinmuskulatur nur schwach entwickelt sind. Obwohl mir echte Hardcore-Powerlifter mit ihrer schieren Kraft diesbezüglich sicherlich nicht zustimmen werden, empfehle ich Ihnen dennoch, sich irgendeine Griffhilfe zu besorgen. Die Verwendung solcher Griffhilfen wird Ihnen im Bodybuilding-Training von Nutzen sein.

Die Redewendung „Wasser zu ziehen“ wurde von der Drogenfraktion verbreitet, denn einige Dopingmittel führen in der Tat zu der subkutanen Einlagerung von Wasser. Für drogenfreie Athleten ist das aber kein Thema. Damit wir gesund bleiben und überleben können, wird der Flüssigkeitshaushalt des Körpers sehr genau durch die Nieren geregelt.

Solange wir hier nicht über den Menstruationszyklus sprechen, in dessen Verlauf es durch einige Hormone tatsächlich zu einer Wasserspeicherung bei einigen Frauen kommen kann, handelt es sich bei dem sichtbaren „Wasser“ in Wirklichkeit gar nicht um Wasser, sondern ausschließlich um Körperfett. Die gute Nachricht ist die, dass Sie dieses gespeicherte Körperfett mittels einer guten Diät und durch entsprechendes Training wieder abbauen können.

Das Vollstopfen nach einem Wettkampf: Okay, das, was jetzt folgt, wird einige von Ihnen ärgerlich machen. Aber üben Sie Nachsicht mit mir. Ich bin nun schon beinahe zehn Jahre mit diesem Sport verbunden. Eines der Dinge, an die ich mich besonders gut erinnere, ist der gemeinsam mit einem Freund unternommene Restaurant-Besuch im Anschluss an seinen ersten Wettkampf. Bei dieser Gelegenheit stopfte er sich mit Pizza und allerhand anderem Junk-Food voll.

Ich weiß noch, wie ich meinen Jeep an die Straßenseite fahren musste, weil er sich auf dem Nachhauseweg übergeben musste. Soweit ich mir darüber bewusst bin, war es das erste Mal, dass er sich auf dem Weg nach Hause übergeben musste. Der Grund hierfür lag darin, dass er übermäßig viel Nahrung in sich hineinstopft hatte. Ich denke, dass Bodybuilder sich schon immer nach einem Wettkampf „vollgefressen“ haben. Das Sonderbare an dieser Tatsache ist sicherlich, dass ein solches Verhalten als normal angesehen wird.

Sie können versichert sein, dass so etwas nicht normal ist. Nehmen wir einmal an, Sie gehen mit Ihrer Partnerin essen. Am Nebentisch sehen Sie jemanden, der sich mit 10.000 Kalorien in Form von Junk-Food vollstopft. Ich denke nicht, dass einer von Ihnen beiden dieses Verhalten als normal ansehen würde.

Obwohl viele Bodybuilder sich geradezu berechtigt fühlen, sich nach einem Wettkampf derart gehen zu lassen, so bedeutet das noch lange nicht, dass das auch gut ist. Es ist nie ganz ungefährlich, auf irgendetwas einen Anspruch anzumelden.

Das gilt für die vielen Facetten des Lebens und natürlich auch in diesem Zusammenhang. Wir alle haben schon von Leuten gehört oder kennen sogar persönlich Leute, die innerhalb eines Tages oder innerhalb von zwei Tagen nach einem Wettkampf zwei, vier oder neun Kilogramm zugenommen haben. Ich habe bisher noch keine einzige E-Mail erhalten, in der geschrieben stand, dass jemand glücklich darüber gewesen wäre, so viel zugenommen zu haben. Tatsächlich ist die Bereitschaft des Organismus zur Fetteinlagerung im Anschluss an eine über einen längeren Zeitraum eingehaltene Diät und mit dem daraus resultierenden sehr niedrigen Körperfettanteil so hoch wie nie.

Die Fettzellen warten wie Schwämme auf neue Nahrung, Ihre Stoffwechsel-Geschwindigkeit befindet sich auf Sparflamme und Ihr hormonelles Milieu ist geradezu darauf programmiert, die aufgenommene Nahrung als Körperfett einzulagern. Sie befinden sich in einem Zustand, in dem Sie sehr schnell sehr viel Fett ansetzen. Das werden Sie auch, wenn Sie sich im Anschluss an einen Wettkampf gehenlassen und sich vollstopfen. Unabhängig davon, ob die Völlerei nach einem Wettkampf als normal gilt – das ist eben nicht normal oder gar vernünftig. Dadurch werden Sie das Resultat aus monatelanger harter Arbeit in einigen wenigen Tagen zunichtemachen.

Und für den Fall, dass Sie sich bereits in der Vorbereitung auf eine in einigen Wochen oder einigen Monaten stattfindende nächste Meisterschaft befinden, gefährden Sie Ihren Erfolg bei diesem Wettkampf, denn Sie müssen nach einer „Fressorgie“ erneut längere Zeit Diät halten, damit Sie das eingelagerte Körperfett wieder loswerden. Eine längere Diät bedeutet erhöhten Katabolismus, und das wiederum resultiert in geringerer Muskelmasse. Sollte Ihr nächster Wettkampf nicht bereits vor der Tür stehen, dann gönnen Sie sich im Anschluss an eine Meisterschafts-Teilnahme eine Extra-Portion an Nahrung.

Essen Sie ein leckeres, vernünftig zusammengestelltes und normal portioniertes Gericht, und Sie werden am nächsten Morgen mit genauso harten und festen Muskeln aufwachen wie am Tag des Wettkampfes. Sie werden sich einfach großartig fühlen, ganz im Gegensatz zu dem Typ, der sich gehengelassen hat und dem es nun gar nicht gutgeht. Wenn es als normal gilt, sich nach einem Wettkampf vollzustopfen, dann stufen Sie mich gerne als unnormal ein. Und wie verhält es sich mit unserer „Verbotszone“?

Bei Drucklegung dieser Ausgabe (Original US-Ausgabe August 2011 – Anm. der Redaktion) war unser Militär dabei, die Flugverbotszone weiter nach Süden auszudehnen, noch tiefer in libysches Territorium hinein. Damit wir weiterhin als intelligente Athleten wahrgenommen werden, sollten wir unsere „Verbotszone“ ebenfalls so weit wie nötig erweitern.

Notiz des Herausgebers: Sean McCauley, C.S.C.S., C.I.S.S.N. ist der Programmdirektor des „Diet Doc“ und führte das Team Klemczewski-Online-Trainingsprogramm ein.





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