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Glutamin-Betrachtungen

01.10.2011


Von Rich Fitter

Mit der zunehmenden Expansion der Natural Bodybuilding-Bewegung werden immer mehr Aspekte unseres Sports wissenschaftlich untersucht. Training, Ernährung und Nahrungsergänzungen wurden innerhalb der letzten Jahre genauestens unter die Lupe genommen, und drogenfreie Athleten sind heutzutage schlanker und muskulöser als je zuvor. Die Interpretation und die Übertragung der Forschungsergebnisse in die Praxis bilden oftmals die Grundlage für Diskussionen unter den Bodybuilding-Experten. Einer dieser Diskussionspunkte innerhalb der vergangenen Jahre ist die Frage nach der Notwendigkeit der Supplementierung mit Glutamin.

Vor etwa 15 Jahren war die Einnahme der bedingt essentiellen Aminosäure Glutamin sehr populär. Die muskelaufbauenden Eigenschaften dieser Aminosäure wurden genauer spezifiziert im Aufbau von größerer Muskelmasse, der Beschleunigung der Regeneration und der Förderung der Wachstumshormonausschüttung. Diese Punkte entsprachen so ziemlich den Wirkungen, welche Athleten immer versprochen wurden, sobald ein neues Nahrungsergänzungsmittel für den Einsatz im Bodybuilding auf den Markt kam. Den Konsumenten dieser Wundermittel blieb häufig nur Enttäuschung, denn die Einnahme dieser Mittel führte nicht zu den versprochenen, herausragenden Ergebnissen für den Körperaufbau.

Innerhalb der letzten Jahre wurde das einst so populäre Glutamin zu einer vergessenen Größe. Diese Entwicklung wurde durch neuere Forschungen hervorgerufen, die einige der positiven Wirkungen von Glutamin für den Bodybuilder in Frage stellten und anderen Aminosäuren, beispielsweise Leucin und Arginin, eine größere Bedeutung für erfolgreiches Bodybuilding zusprachen. Aber nimmt Glutamin dennoch einen wichtigen Platz im Nahrungsergänzungsarsenal des Natural Bodybuilders ein? Ich sage Ja, und meine Antwort bezieht sich auf die zuvor gemachte Äußerung bezüglich der Interpretation und der Übertragung der Forschungsergebnisse in die Praxis.

Glutamin wird als bedingt essentielle Aminosäure eingestuft, denn in Zeiten hoher Belastung, beispielsweise beim Vorhandensein von Infektionen oder bei bestehenden Verletzungen, kann der Körper selbst nicht genügend Glutamin bilden. In früheren Studien wurde der Nutzen der Glutamin-Einnahme an Krankenhaus-Patienten getestet, die an Geschwüren litten oder sich einer Operation unterziehen mussten. Die Patienten, denen Glutamin oral verabreicht wurde, zeigten im Anschluss an eine Operation eine deutlich schnellere Erholung. Wie kann dieses Ergebnis nun auf Bodybuilder und Figur-Klasse-Athletinnen übertragen werden?

Im Jahre 2003 zeigte eine Studie von Castell eine deutliche Absenkung des Plasma-Glutamin-Spiegels nach intensivem und über einen längeren Zeitraum durchgeführtem Ausdauertraining. Diese Art des Trainings schwächt das Immunsystem, und die Verringerung der Abwehrkräfte tritt insbesondere bei Athleten auf, die bereits ins Übertraining geraten sind. Eine von Bassit im Jahre 2000 durchgeführte Studie ergab, dass eine Supplementierung mit Glutamin das Auftreten von Erkrankungen und Infektionen im Anschluss an intensiv bestrittene Wettkämpfe reduzierte.

Kommen Sie jetzt bitte nicht auf den Gedanken, dass ich der Meinung bin, Bodybuilder würden so wie Marathonläufer trainieren, aber ich möchte doch eine gewisse Parallele ziehen. In Abhängigkeit Ihrer beruflichen Situation, der Belastung durch Ihr Training und dem bestehenden Kaloriendefizit könnten Sie mit fortschreitendem zeitlichen Verlauf Ihrer Wettkampf-Vorbereitung durchaus in den erschöpfenden, kräfteauszehrenden Zustand des Übertrainings geraten.

Abgesehen von den angenommenen zellvergrößernden Eigenschaften und der möglichen Erhöhung der Ausschüttung von Wachstumshormonen, könnten Bodybuilder von der Unterstützung ihres Immunsystems profitieren. Eine Supplementierung mit Glutamin könnte vorbeugend gegen Erkrankungen während einer intensiven Wettkampf-Vorbereitung wirken. Nichts kann einen Athleten vor einem Wettkampf so aus der Bahn werfen wie eine Erkrankung kurz vor dem großen Tag. Sollte sich das durch die Einnahme von 10 bis 20 Gramm Glutamin täglich vermeiden lassen, so wäre das sicherlich die damit verbundene, nicht allzu kostspielige Investition wert.

Überdenken Sie einmal Ihre aktuelle Situation – den Umfang Ihres Trainings, die Dauer und die Art Ihrer Arbeitsbelastung und die Menge an Schlaf, die Sie jede Nacht bekommen –, und entscheiden Sie dann, ob Sie von den aus der Glutamin-Einnahme tatsächlich resultierenden Nutzeffekten profitieren könnten.






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